Berlin

Diese Fernbusse sind unglaublich günstig. Für zwölf Euro fahre ich nach Berlin und zurück. Tagesausflug. Der erste Bus fährt um Sieben, um 21 Uhr geht es zurück. Am Funkturm komme ich an, fahre dann erstmal zum Hackeschen Markt. Alles ist anders als Hamburg. Die meisten Geschäfte machen erst um 11 Auf. Um 11!
Für mich als Hamburger fast unvorstellbar. In einer Seitenstraße Vietnamesische Restaurants aneinandergereiht. Richtige Vietnamesen. Nicht diese Bratnudelbuden wie ich sie in Hamburg kenne. Eher so wie man sich ein Restaurant in Hanoi vorstellt. Allerdings erst ab Spätnachmittag geöffnet. Also nichts was ich für eine Mittagspause einplanen kann. Der Alex hat sich verändert seit ich das letzte Mal in Berlin war. Das ist auch schon weit über zehn Jahre her. Funkturm, die Weltzeituhr, Touristen überall. Mit der Kamera um den Hals falle ich gar nicht auf. Gut so.

Berlin

Zu Fuß geht es weiter Richtung Kreuzberg. Kleine Gassen, Innenhöfe. Ein Gemisch aus Hipstern, Touristen und Altberlinern. An einer Ampel Jongliert ein Straßenkünstler während der Rotphase. Die Umgebung verändert sich. Die Hipster und Touristen sind plötzlich weg. Auch die kleinen Hippen Geschäfte. Ein Wohngebiet. Alles ein bischen Trist. Keine Latte Macchiato trinkenden Macbook Nutzer mehr. Die Wände grau verputzt. Es bröckelt an mehreren Stellen. Ein Stück weiter eine Schule die auf einem ehemaligen Fabrikgelände zu stehen scheint. Gegenüber ein Reihenhaus. Im 3 Stock hat jemand einen Wäscheständer vor seinem Fenster befestigt.
Ehemalige Fabrikgelände grenzen an alte Arbeiterviertel. An einer Kirche beginnt es zu Regnen. Noch weniger Menschen sind auf der Straße. Schnell ziehe ich meinen Poncho über. Gehe durch einen länglichen Park, eingepfercht zwischen zwei Straßen. Im Gebüsch eine Ratte. Neben den tropfenden Hagebuttenbüschen eine Parkbank mit den Resten der letzten Nacht. Bier und Vodkaflaschen.
Ich nähere mich wieder dem Alex, gehe Richtung Berlin Mitte. Frauen mit Regenschirmen. Die Straßen werden breiter, die Häuser immer höher. Als die Wolken aufreißen blicke ich eine Straßenschlucht hinunter. An der rechten Seite lauter Schilder. „Im Westen nichts neues“ steht auf einem. Ich gehe weiter. Ein Zaun. Kameras. Dahinter ein Gebäude, silbern, keine parallelen Linien. Tolle Architektur. Auf einer Bank sitzt ein Japaner und zeichnet. Wir kommen ins Gespräch. Architekturstudium. Europareise. Deutschland in drei Tagen.

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Ohne es zu wollen stehe ich irgendwann beim Checkpoint Charlie. Touristen.
In der Nähe des Alex esse ich einen Döner. An der S-Bahn-Station Alexanderplatz fotografiert ein Typ die hereinfahrenden Züge. Ich spreche ihn an. Christiaan. Er ist Model. Wir machen aufnahmen und versprechen in Kontakt zu bleiben.
Die Sonne geht unter. Mit der S-Bahn geht es wieder in Richtung Funkturm. Ich mag Berlin.

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