Der Amazon Kindle

Vor ein paar Jahren habe ich mir den damaligen Kindle mal von einem Freund geliehen. Vor allem PDFs interessierten mich damals. Also lud ich ein paar rauf und war bitter enttäuscht. Die Bedienung war nichts für mich.

Die Darstellung auf ePaper war allerdings faszinierend.

Ich gab den Kindle zurück und vergaß das Thema eBooks für eine ganze Weile.

Immer wenn ich Reise, sei es für ein Wochenende oder länger, nehme ich Bücher mit. Für einen Kurztripp übers Wochenende können es schon mal drei sein…

Das Thema eReader wurde für mich vor allem durch die Touchfunktion interessant. Anfangs war ich da ziemlich skeptisch. Waren Knöpfe nicht doch besser?

Auf Youtube gab es Videos – und als ich Pinch-Zoom mit einem PDF sah war für mich die Kaufentscheidung gefallen.

Nach fast einem halben Jahr und unzähligen Büchern bin ich immer noch begeistert. Die Anzahl an Gemeinfreien Werken ist ziemlich groß. Zwar ist nicht alles bei Amazon kostenlos verfügbar aber über Konverter wie epub2go kann man aus Büchern bei Projekt Gutenberg direkt eBooks im ePub Format ziehen.

Der Kindle

Apropos Formate der Kindle unterstützt kein ePub! Allerdings ist das nicht weiter tragisch, da ePubs sehr leicht ins unterstützte mobi-Format gewandelt werden können.

Hierfür gibt es unterschiedliche Softwarelösungen, am einfachsten geht es jedoch mit Calibre (Mac OS X, Linux, Windows). Calibre verwaltet alle eBooks und Konvertiert automatisch in das jeweilige Format. Die Konvertierung läuft komplett automatisch es kann aber auch manuell eingegriffen werden. Ein weiteres Feature ist die Möglichkeit sich automatisch News auf den Kindle zu senden.

Eine ganze Menge Webseiten sind hierfür schon vorkonfiguriert. Calibre wandelt den Text dann in ein entsprechendes eBook um. Eigene Newsseiten können manuell hinzugefügt werden.

Nach kurzer Eingewöhnung ist die Bedienung des Kindle einfachst. Beim Lesen merke zumindest ich bei einer spannenden Lektüre irgendwann keinen Unterschied mehr zu einem Buch.

Der Kindle (7. Generation) den ich habe ist mittlerweile durch eine neue Version ersetzt worden – ich denke aber nicht, dass sich viel geändert hat. Umgeblättert wird durch antippen des linken oder rechten Bildschirmrandes oder eine Wischgeste. Oben antippen ruft das Menü auf. Die Schriftgröße, Schriftart, Zeilenabstand und der Randabstand kann individuell angepasst werden. Textstellen können markiert und kommentiert werden. Beim antippen von Wörtern erscheint die Begriffsbestimmung aus dem Duden oder einem dem Oxford Dictionary (beides vorinstalliert) und sofern der Kindle mit einem WLan verbunden ist sogar die Wikipediaseite.

Mittlerweile habe ich auch einige Bücher bei Amazon gekauft. Unter anderem Bilderkrieger. Die kosten im Vergleich zur Hardcoverausgabe sind mit 9,99€ knapp ein Drittel. Das finde ich fair, die Entscheidung dann auf ein eBook, statt die traditionelle Ausgabe zu setzen fällt mir dann leicht. Aufgrund der Buchpreisbindung ist das aber nicht bei allen Büchern der Fall – hier kann man wieder auf Calibre verweisen: das Programm bietet eine Suche quer durch alle Shops und liefert einem den Link zum günstigsten eBook. Super!

Der Kindle besitzt eine direkt integrierte Shopfunktion und Bücher sind schnell installiert. Ist man Amazon Prime Kunde, so kann man sich ein Buch pro Monat leihen. Darüber hinaus bietet Amazon den Dienst Kindle Unlimited, welche mir allerdings mit 9,99€ im Monat deutlich zu teuer ist. Dieser ermöglicht das lesen von unbegrenzten Leihbüchern, sowie das leihen von Hörbüchern.

Die Auflösung des Grundmodels reicht völlig
Die Auflösung des Grundmodels reicht völlig

Die Akkulaufzeit ist super: aufgeladen hält der Akku mehrere Bücher durch – das allerdings nur wenn der Flugmodus angeschaltet ist der das WLan deaktiviert. Das Argument gegen den Kindle, welches ich häufig gehört habe: er unterstütze nur Formate von Amazon ist in meinen Augen null und nichtig. Mit Calibre kann alles umkonvertiert werden und das Format spielt keine Rolle mehr. Auch das Gewicht und die Größe sind hervorragend: von den Abmessungen kann der Kindle mit einem kleinen, leichten Taschenbuch verglichen werden. Und diese Größe bleibt. Selbst wenn man einen dicken Wälzer liest, der sonst schnell unhandlich wird. Das Lesegefühl kann am ehesten mit Zeitungspapier verglichen werden der Kontrast gefällt, die Buchstaben sind klar zu erkennen. Der einfache Kindle hat im Vergleich zu den höherwertigen keine Hintergrundbeleuchtung: dies ist aber überhaupt nicht notwendig. Soweit ich das verstanden habe lässt sich diese auch nicht komplett deaktivieren was für mich wieder ein Nachteil währe. Ich will ja auch nicht auf meinem iPhone lesen: wegen des hintergrundbeleuchteten Displays. Auch die höher aufgelösten Displays sind in meinen Augen nicht notwendig. Um Pixel zu erkennen muss man schon extrem genau hinsehen. Die Buchstaben sind scharf und Fransen nicht aus. Was will man mehr?

Der interne Speicher des Kindle hält für hunderte oder tausende Bücher. Ich habe einige Comics und Bildbände als PDF installiert: wenn einen das Fehlen von Farbe nicht stört, eignet sich der Kindle auch dafür prima. So habe ich meine kleine Bibliothek von derzeit über 600 Büchern immer dabei. Was will man mehr?

Als Hülle benutze ich übrigens die original Lederhülle von Amazon. Vorher hatte ich eine Hülle von einem Fremdhersteller, allerdings sind hier die Magneten rausgebrochen, welche die Hülle verschlossen haben.

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