Faltbare Tastatur

Wem beim Thema brauchbare Reisetastatur nur einfällt: “Das kann man knicken!”, liegt vielleicht weniger falsch, als er denkt.

Um auch unterwegs bequem bloggen habe ich mir die Faltbare Tastatur von EC Technology mit Hülle angeschafft. Die gibt es noch von anderen Herstellern und sieht genauso aus. Vermutlich wird sie von einer No-Name Firma irgendwo in Fernost hergestellt und dann entsprechend gebrandet. Die Qualität ist gut, die Tastatur besteht aus Alu, der Klappmechanismus ist von Plastik geschützt. Der Akku hält laut Hersteller 60 Stunden Dauertippen und 600 Stunden Stand-by aus. Die Tastatur verbindet sich per Bluetooth. Die Hülle dient zugleich als Halter für Smartphone oder Tablet.

Schon klasse, was es heutzutage alles gibt. Wer hätte vor ein paar Jahren gedacht, dass es reicht ein Telefon und eine faltbare Tastatur zu haben, um arbeitsfähig zu sein?

In mir erzeugt das eine Mischung zwischen Science-Fiction und der nüchternen Sicht eines Tech-Freaks. Was hätten Schriftsteller vor ein paar Jahrzehnten wohl für diese Kombination gegeben? Eine Jackentaschenschreibmaschine!

Zugegeben: Ich mag Schreibmaschinen. Besonders Reiseschreibmaschinen. Die Guten, Alten Mechanischen. Es befinden sich sogar mehrere in meinem Besitz. Es hat auch einen großen Reiz auf Papier zu schreiben. Irgendwo etwas endgültiges. Etwas Reelles. Man hat etwas in der Hand. Das haptische Papier einlegen. Das ”Ding” des Wagens bei Zeilenende. Der Geruch der Farbe auf dem Gewebeband.

Mechanische Schreibmaschine

Schnell mal Sätze umstellen oder etwas korrigieren? Fehlanzeige! Dafür gab es Tipp-Ex oder so ein mit Weißer Farbe beschichtetes Blättchen, dass man vor die Typen gehalten hat.

Dann die Kraft die man aufwenden muss, um einen Buchstaben zu drücken. Das war richtige Schreibarbeit!

Für mich war das immer irgendwie so ein Kontrapunkt zu meinem ganzen Computergedaddel. Dieses Mechanische.

Und der ganze Inkompatibilitätsfoo fällt weg, wenn man dann doch mal einen physikalischen Abzug will. Das ist halt direkt da und stürzt auch nicht ab.

Dafür hatte man zu schleppen. Schreibmaschine Kilogrammweise und Papier auch gleich viel.

Und jetzt? Jetzt hat man so ein iPhone und ’ne faltbare Tastatur ,die in die Jackentasche passt. Das Endlospapier, dass Jack Kerouac benutzte ist ja quasi eingebaut.

Ich finde das total praktisch. Innerlich höre ich eine Gruppe Konservativer aufschreien, die sich den Erhalt der Schreibschrift auf die Fahne geschrieben haben.

Zusammengefaltet kommt man auf Notizbuchgröße bei der Tastatur, die ich verwende. Super!

Meine Handschrift war immer mies. So mies, dass es mir nie Spaß gemacht hat, von Hand zu schreiben. Meist verkrampft meine Hand derart, dass es mir physische Schmerzen bereitet von Hand zu schreiben. Teils ist meine Schrift so schlecht, dass ich selbst Probleme habe sie zu entziffern. Es sei denn ich schreibe sehr langsam: Für mich heißt das, jeden Buchstaben aufzumalen.

Tastatur

Und selbst wenn ich schnell schreibe, bin ich mit der Tastatur immer noch zwei bis dreimal so schnell.

Welchen Grund sollte ich also haben, mit der Hand zu schreiben? Zumal, wenn ich das was ich niedergeschrieben habe, muss das auch noch abgetippt werden. Dann habe ich auch noch die doppelte Arbeit. Also nee, danke! Ohne mich.