Wie Du ein besserer Fotograf wirst

Wenn du mit deiner Fotografie vorankommen willst, kann dir niemand eins abnehmen: das fotografieren.

Die ersten zwanzigtausend Bilder sind die schlechtesten.
Helmut Newton

Heute im Zeitalter von Digitalfotografie sind 10000 Bilder nicht mehr so viel. Zumal viele Fotografen den Auslöser maschinengewehrartig frei nach dem Motto “Spray and Pray” benutzen. Vor einiger Zeit habe ich mal einen Fotografen getroffen, der mir sagte, dass er erst hinterher schaut, ob die Bilder was geworden sind. Während wir sprachen, hat er weiter draufgehalten…

Es ist absolut wichtig schnell auf Situationen zu reagieren und direkt Fotos zu machen, aber halt nicht wahllos. Welche Situation ist interessant? Welche kann es noch werden? Passt der Bildausschnitt? Kann es ein gutes Bild werden? Das sind Gedanken, die zumindest reflexartig und unterbewusst ablaufen müssen. Und das geht nur durch Übung. Viel Übung. Um gut zu werden fotografiere schnelle, actionreiche Themen, bei denen du nicht viel Zeit hast. Sport, Demonstrationen und Konzerte eignen sich hierfür prima. Auch das Leben auf der Straße, alltägliche Situationen zu dokumentieren schärft deinen Blick. Wenn eine Szene vorbei ist, kannst du sie nicht noch mal nachstellen.

Nutze Freiräume um dich mit Fotografie zu beschäftigen. Du fährst zur Arbeit? Prima! Dann nutz den Weg um Podcasts zu hören, oder über Fotografie zu lesen. Sorge dafür, dass du Input bekommst. Du sitzt wieder in so einem öden Meeting und jemand säuselt so was Belangloses vor sich hin? Fotografiere in Gedanken! Wie würdest du die Szene von deinem Platz aus fotografieren? Wie wenn du rumlaufen würdest? Und achte auf das Licht! Wo ist das Licht gut? Denk über das Licht nach. Was macht es gut? Wie ist das Licht? Weich oder hart? Gelblich oder bläulich? Warm oder kalt? Wie sehen die Schatten aus?

Und dein Equipment? Spielt es wirklich so eine große Rolle immer die neuste Kamera zu haben? Die Hauptunterschiede zwischen einer 5 Jahre alten Spiegelreflex und einer Aktuellen: Höhere ISO und ein verbesserter Autofokus (Aufnahmemodi für Filme jetzt mal außen vor gelassen). Jaja, die hat dann auch noch W-Lan, Bluetooth, NFC und du kannst sie vermutlich mit deiner Mikrowelle pairen. Toll. Wirst du dadurch ein besserer Fotograf: nein.

Talent ist wichtiger als Technik.
Andreas Feininger

Klar ist es toll neues Equipment zu haben und für bestimmte Situationen braucht man bestimmtes Equipment. Aber es wird dich nie zu einem besseren Fotografen machen. Ein begabter Künstler kann mit einem Kugelschreiber ein tolles Porträt malen. Ich kann das nicht. Und das liegt nicht am Kugelschreiber, so sehr ich es mir auch wünsche…